„Ich bin nicht gut genug“ – Wie innere Kritik entsteht & wie Psychotherapie sie verändert
- Eveline Kogler

- 15. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Dez. 2025
Viele Menschen leben mit einem ständigen inneren Druck:
„Ich hätte das besser machen müssen.“
„Andere sind viel weiter als ich.“
„Ich darf mir keine Schwäche erlauben.“
Oft ist dieser innere Dialog so vertraut, dass er kaum noch auffällt – und doch ist er enorm belastend. Die Stimme im Kopf, die ständig bewertet, vergleicht oder abwertet, ist nicht „die Wahrheit“ – sondern ein innerer Anteil.
Der innere Kritiker – woher kommt er?
Der sogenannte „innere Kritiker“ ist meist kein aktuelles Gefühl, sondern ein Überbleibsel früherer Beziehungserfahrungen:
Leistung = Zuwendung
Fehler = Liebesentzug
Anpassung = Sicherheit
Was wir als Kinder lernen, speichern wir nicht nur im Verstand, sondern im gesamten Erleben. Und daraus entwickeln sich oft Glaubenssätze wie:
„Ich darf keine Fehler machen.“
„Ich bin nur dann liebenswert, wenn ich funktioniere.“
„Ich bin anstrengend, wenn ich Bedürfnisse habe.“
Wenn der Selbstwert fremdbestimmt wird
Ein beeinträchtigter Selbstwert zeigt sich oft nicht in offenen Worten – sondern im Erleben:
Sie vergleichen sich ständig (und verlieren immer)
Sie zweifeln an sich – selbst wenn andere loben
Sie fühlen sich leer, sobald niemand „von außen“ bestätigt
Sie arbeiten permanent gegen sich – und merken es kaum
Dieser innere Druck führt nicht nur zu Erschöpfung, sondern auch zu Depression, Beziehungskonflikten oder körperlichen Beschwerden.

Was Psychotherapie bewirken kann
In der psychotherapeutischen Begleitung entsteht ein Raum, in dem wir gemeinsam auf die Herkunft dieser inneren Stimmen schauen:
Wann ist dieser Kritiker entstanden?
Was wollte er vielleicht einmal schützen?
Welche Erfahrungen haben Ihr Selbstbild geprägt?
In der tiefenpsychologisch fundierten Therapie, ergänzt durch Ego-State-Arbeit und Hypnose, können diese Anteile nicht nur verstanden, sondern auch verwandelt werden.
Hypnosepsychotherapie bei Selbstkritik
In der Hypnosepsychotherapie nutzen wir Trancezustände, um jenen Anteil zu erreichen, der sich selbst ständig abwertet – und jenen, der sich nach Annahme sehnt.
In dieser sanften, innerlich fokussierten Arbeit wird möglich:
innere Dialoge zwischen Kritiker & verletztem Anteil
positive Gegenerfahrungen (z. B. durch imaginatives Reparenting)
Aktivierung von Ressourcen wie Selbstmitgefühl & Selbstschutz
Transformation alter Glaubenssätze durch innere Bilder
Viele Patient:innen berichten: „Zum ersten Mal habe ich erlebt, wie es sich anfühlt, okay zu sein – ohne etwas leisten zu müssen.“
Selbstwert entsteht durch Beziehung – auch zu sich selbst
Selbstannahme bedeutet nicht, sich „toll“ zu finden – sondern sich ehrlich zu sehen, mit allen Anteilen. Und aus dieser Sicht eine neue innere Beziehung zu entwickeln.
Psychotherapie kann helfen, dieses innere Gleichgewicht aufzubauen – Schritt für Schritt, mit Geduld, Mitgefühl und einer Haltung, die nicht bewertet, sondern begleitet.
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